Ergotherapie

Somatoforme Störungen in der therapeutischen Praxis

Somatoforme Störungen stellen Fachkräfte im medizinischen und therapeutischen Alltag häufig vor besondere Herausforderungen. Die körperlichen Beschwerden der Betroffenen sind real und können mit einem hohen Leidensdruck sowie erheblichen Einschränkungen im Alltag verbunden sein, auch wenn sich keine ausreichende organische Erklärung finden lässt. Die Fortbildung vermittelt ein praxisnahes Verständnis für die Entstehung und Aufrechterhaltung somatoformer Beschwerden und beleuchtet das Zusammenspiel von körperlichen Empfindungen, Gedanken, Emotionen und Verhalten.

Thematisiert werden diagnostische Konzepte sowie die Abgrenzung zu organischen Erkrankungen und anderen psychischen Störungsbildern. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie körperliche Beschwerden ernst genommen werden können, ohne eine ausschließlich körperliche Krankheitsauffassung zu verstärken. Auch Herausforderungen wie Untersuchungswünsche, Krankheitsverhalten, Vermeidungs- und Schonverhalten sowie eine hohe Inanspruchnahme medizinischer Leistungen werden vermittelt.

Es werden praxisnahe therapeutische Strategien und Möglichkeiten der Psychoedukation vermittelt. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit somatoformen Beschwerden zu gewinnen und hilfreiche Interventionen für den Berufsalltag kennenzulernen.

Dauer

2 Präsenztage vor Ort oder per Live-Videostream
Samstag und Sonntag: 10:00 – ca. 17:00

Gebühr

499,00 €
Flexibel zahlen: Bis zu 24 Monatsraten möglich

Zielgruppe

Ergotherapie

Voraussetzung

Mindestalter 18 Jahre
Ausbildung im Bereich der Zielgruppe(n)
Die Maßnahme Psychische und neurologische Erkrankungen: Basiswissen wird empfohlen

Livestream
12.06.202710:00 - 17:00 Uhr
13.06.202710:00 - 17:00 Uhr
Livestream
06.11.202710:00 - 17:00 Uhr
07.11.202710:00 - 17:00 Uhr
  1. Grundlagen somatoformer Störungen
    • Begriffsdefinition und Erscheinungsformen
    • Aktuelle diagnostische Konzepte
    • Epidemiologie und klinische Bedeutung
  2. Entstehung und Aufrechterhaltung
    • Zusammenspiel von Körper und Psyche
    • Körperwahrnehmung und Symptomverarbeitung
    • Stress und emotionale Belastungen
    • Krankheits-, Vermeidungs- und Schonverhalten
  3. Diagnostik und Differentialdiagnostik
    • Diagnostisches Vorgehen
    • Abgrenzung zu organischen Erkrankungen
    • Abgrenzung zu anderen psychischen Störungsbildern
  4. Therapeutische Beziehung und Gesprächsführung
    • Beschwerden ernst nehmen und Verständnis fördern
    • Umgang mit schwierigen Behandlungssituationen
    • Umgang mit Untersuchungswünschen und hoher Inanspruchnahme
  5. Therapeutische Interventionen
    • Psychoedukation
    • Verhaltenstherapeutische Ansätze
    • Umgang mit Vermeidungs- und Schonverhalten
    • Interdisziplinäre Behandlung
  6. Praxis und Fallarbeit
    • Fallbeispiele
    • Praktische Übungen
    • Entwicklung konkreter Strategien für den Berufsalltag

Nach Abschluss der Fortbildung bist Du in der Lage, …

  • somatoforme Störungen und ihre unterschiedlichen Erscheinungsformen zu erkennen und einzuordnen.
  • das Zusammenspiel von körperlichen und psychischen Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Beschwerden zu verstehen.
  • Körperwahrnehmung, Stress und Schonverhalten in der therapeutischen Arbeit zu berücksichtigen.
  • eine wertschätzende und professionelle therapeutische Beziehung auch in schwierigen Behandlungssituationen zu gestalten.
  • geeignete psychoedukative und therapeutische Interventionen gezielt einzusetzen.
  • Patient*innen beim Abbau von Vermeidungs- und Schonverhalten zu unterstützen.
  • die interdisziplinäre Zusammenarbeit sinnvoll zu gestalten und konkrete Strategien für den eigenen Berufsalltag abzuleiten.

Deine persönlichen Vorteile:

  • Inhalte nach aktuellem wissenschaftlichem Stand – verständlich erklärt und sofort umsetzbar.
  • Mehr Struktur, Entscheidungsfindung und Sicherheit im Umgang mit Patienten.
  • Direkt anwendbare Konzepte für spürbar bessere Abläufe und Erfolge im Praxisalltag.
  • Hoher Anteil an praktischen Einheiten mit intensiven Übungen und direktem Bezug zum therapeutischen Alltag.
  • Zahlreiche Fallbeispiele und praxisnahe Demonstrationen erleichtern den Transfer in den Berufsalltag.
  • Dozenten mit langjähriger Berufserfahrung, hoher fachlicher Expertise, Leidenschaft und hoher Vermittlungskompetenz.

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Häufige Fragen zu somatoformen Störungen

Hier finden Sie wichtige Informationen zur Fortbildung „Somatoforme Störungen in der therapeutischen Praxis“ bei der Therapie Akademie.

Was sind somatoforme Störungen?

Bei somatoformen Störungen stehen körperliche Beschwerden im Vordergrund, die sich nicht oder nicht vollständig durch einen organischen Befund erklären lassen. Die Beschwerden sind für die Betroffenen real und können mit einem hohen Leidensdruck sowie deutlichen Einschränkungen im Alltag verbunden sein.

Für wen ist die Fortbildung geeignet?

Die Fortbildung richtet sich an therapeutische Fachkräfte, die Menschen mit anhaltenden oder wiederkehrenden körperlichen Beschwerden begleiten und mehr Sicherheit im professionellen Umgang mit komplexen Beschwerdebildern gewinnen möchten.

Sind die körperlichen Beschwerden nur eingebildet?

Nein. Die wahrgenommenen Schmerzen, Erschöpfungszustände oder anderen körperlichen Symptome sind real. Auch wenn Untersuchungen keine ausreichende organische Erklärung ergeben, bedeutet das nicht, dass die betroffene Person sich ihre Beschwerden einbildet.

Welche Beschwerden können bei somatoformen Störungen auftreten?

Mögliche Beschwerden sind unter anderem anhaltende Schmerzen, Erschöpfung, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Symptome, Atembeschwerden oder wechselnde körperliche Missempfindungen. Die Ausprägung und Kombination der Symptome können individuell sehr unterschiedlich sein.

Welche Faktoren können die Beschwerden beeinflussen?

Körperliche, psychische und soziale Faktoren können sich gegenseitig beeinflussen. Stress, belastende Erfahrungen, Ängste, erhöhte Körperaufmerksamkeit, Vermeidungsverhalten und individuelle Lebensumstände können zur Entstehung oder Aufrechterhaltung der Beschwerden beitragen.

Wie können Therapeut*innen Betroffene angemessen begleiten?

Eine wertschätzende Haltung und die Anerkennung der Beschwerden bilden eine wichtige Grundlage. Therapeutische Fachkräfte können Betroffene dabei unterstützen, Zusammenhänge besser zu verstehen, Ressourcen zu aktivieren und schrittweise neue Strategien für Bewegung, Aktivität und Alltagsbewältigung zu entwickeln.

Welche Bedeutung hat die therapeutische Kommunikation?

Eine verständliche und respektvolle Kommunikation hilft, Vertrauen aufzubauen und Missverständnisse zu vermeiden. Wichtig ist, die Beschwerden ernst zu nehmen, vorschnelle Bewertungen zu vermeiden und gemeinsam ein nachvollziehbares biopsychosoziales Verständnis zu entwickeln.

Warum sind Aktivierung und Selbstwirksamkeit wichtig?

Eine schrittweise Aktivierung kann Betroffenen helfen, wieder mehr Vertrauen in den eigenen Körper und die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Realistische Ziele und positive Erfahrungen können die Selbstwirksamkeit stärken und die Teilhabe am Alltag fördern.

Wo liegen die fachlichen Grenzen therapeutischer Berufsgruppen?

Körperliche Beschwerden müssen ärztlich abgeklärt werden. Therapeutische Fachkräfte sollten Warnzeichen erkennen, ihre beruflichen Kompetenzen und Grenzen beachten und bei Bedarf eine ärztliche, psychotherapeutische oder psychiatrische Mitbehandlung empfehlen. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist häufig besonders hilfreich.

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