Ergotherapie
Sensorische Integration bei neurodivergenten Kindern
Viele Therapeuten kennen kindliche Verhaltensweisen, die rätselhaft, störend, verweigernd oder provokant wirken – hierbei eröffnet der Blick auf den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Verhalten neue Perspektiven. Dabei beschreibt die Sensorische Integration den Prozess, bei dem Sinneseindrücke aus der Umwelt und dem eigenen Körper aufgenommen, weitergeleitet, aussortiert und geordnet werden. Kindern, denen es schwerfällt, diese Eindrücke für ihre Entwicklung sinnvoll zu nutzen, entwickeln im Alltag eigene Strategien, um mit den daraus entstehenden Herausforderungen umzugehen.
Diese Fortbildung stellt das Basissinn-Konzept® vor – einen praxisnahen Ansatz, der für diese Wahrnehmungsbesonderheiten die drei Basissinne in den Mittelpunkt rückt: das taktile System, den Gleichgewichtssinn und die Tiefensensibilität. Diese früh entwickelten, körpernahen Sinne beeinflussen maßgeblich die Art und Weise, wie Kinder Reize verarbeiten, Beziehungen gestalten und sich selbst regulieren. Zwei zentrale Fragen leiten die Auseinandersetzung: Welche Reize sucht ein Kind – und welche vermeidet es?
Die Betrachtung reizsuchender und reizvermeidender Verhaltensweisen eröffnet etliche Möglichkeiten der Unterstützung. Das Basissinn-Konzept® hilft dabei, Verhaltensweisen als sinnvolle Bewältigungsstrategien zu verstehen. Therapeuten, erhalten dadurch eine höhere Handlungsfähigkeit und Handlungskompetenz. Schwieriges Verhalten wird nachvollziehbarer, Herausforderungen können früher erkannt und Situationen mit Kindern konstruktiv und positiv begleitet werden.
Dauer
2 Präsenztage vor Ort oder per Live-Videostream
Samstag und Sonntag: 10:00 – ca. 17:00
Gebühr
199,00 €
Ratenzahlung: 2 Monate zu je 99,00 €
Zielgruppe
Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie
Voraussetzung
Mindestalter 18 Jahre
Ausbildung im Bereich der Zielgruppen
Die Maßnahmen Psychische und neurologische Erkrankungen: Basiswissen und Neurodivergenz werden empfohlen
Konkrete Themenfelder
- Einführung
- Herausforderndes Verhalten bei Kindern
- Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Verhalten
- Sensorische Integration – Grundlagen und Bedeutung
- Individuelle Strategien im Umgang mit Wahrnehmungsbesonderheiten
- Wahrnehmungsprozesse und die sieben Sinne
- Die Komplexität von Wahrnehmungsprozessen
- Zusammenspiel der sieben Sinne
- Kooperation und Kompensation der Sinne
- Das Basissinn-Konzept®
- Grundgedanken und Zielsetzung
- Die drei Basissinne im Mittelpunkt
- Bedeutung der Basissinne für Entwicklung und Selbstregulation
- Reizverarbeitung und kindliches Verhalten
- Reizsuchendes und -vermeidendes Verhalten verstehen
- Verhalten als sinnvolle Bewältigungsstrategie
- Wahrnehmungsbesonderheiten im Alltag erkennen
- Beobachtende Diagnostik
- Beobachtung als Grundlage für das Verständnis von Verhalten
- Wahrnehmungsbezogene Verhaltensbeobachtung
- Frühzeitiges Erkennen von Herausforderungen
- Reizsuche und Reizvermeidung erkennen und einordnen
- Individuelle Sinnhaftigkeit von Verhalten erfassen
- Handlungsmöglichkeiten für Therapie und Pädagogik
- Neue Blickwinkel auf herausforderndes Verhalten
- Umgangsmöglichkeiten und Handlungsideen entwickeln
- Kreative und positive Unterstützungsmöglichkeiten
- Therapeutische und pädagogische Ideenpools erweitern
- Praxisbezug und Transfer
- Fallbeispiele aus dem Berufsalltag
- Reflexion und Einordnung
- Entwicklung individueller Handlungsmöglichkeiten
- Transfer in den therapeutischen und pädagogischen Alltag
Kompetenzerwerb
Nach Abschluss der Fortbildung bist Du in der Lage, …
- den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Verhalten zu verstehen.
- die Bedeutung der drei Basissinne für Entwicklung und Selbstregulation zu erkennen.
- reizsuchendes und reizvermeidendes Verhalten zu unterscheiden und einzuordnen.
- Verhalten als sinnvolle Bewältigungsstrategie zu verstehen.
- Wahrnehmungsbesonderheiten beobachtend zu erfassen und daraus individuelle Handlungsmöglichkeiten abzuleiten.
- ihre Handlungskompetenz im Umgang mit herausforderndem Verhalten zu erweitern.
Vorteile
Deine persönlichen Vorteile:
- Inhalte nach aktuellem wissenschaftlichem Stand – verständlich erklärt und sofort umsetzbar.
- Mehr Struktur, Entscheidungsfindung und Sicherheit im Umgang mit Patienten.
- Direkt anwendbare Konzepte für spürbar bessere Abläufe und Erfolge im Praxisalltag.
- Hoher Anteil an praktischen Einheiten mit intensiven Übungen und direktem Bezug zum therapeutischen Alltag.
- Zahlreiche Fallbeispiele und praxisnahe Demonstrationen erleichtern den Transfer in den Berufsalltag.
- Dozenten mit langjähriger Berufserfahrung, hoher fachlicher Expertise, Leidenschaft und hoher Vermittlungskompetenz.
