Ergotherapie
Neurodivergenz - Gesprächsführung mit Eltern und Erwachsenen
Neurodivergenz bezeichnet eine Vielzahl unterschiedlicher neurologischer Ausprägungen und beschreibt Menschen, deren Denk-, Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweisen von der gesellschaftlich als „typisch“ angesehenen Norm abweichen. Dazu zählen unter anderem Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), ADHS, Dyslexie, Dyspraxie, Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) sowie weitere kognitive Variationen.
Diese neurologischen Unterschiede wirken sich in ganz unterschiedlicher Weise aus: Sie prägen, wie Reize wahrgenommen und verarbeitet, wie Informationen aufgenommen und eingeordnet werden, und beeinflussen zudem die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Betroffenen sowie ihren Umgang mit alltäglichen Anforderungen.
Ein zentrales Anliegen dieser Fortbildung besteht darin, das Verständnis für Neurodivergenz zu vertiefen und Teilnehmende zu befähigen, sensibel, wertschätzend und kompetent auf Menschen mit einer Neurodivergenz einzugehen – insbesondere im Rahmen von Gesprächssituationen, in denen Feingefühl und angepasste Kommunikation besonders gefragt sind. Dabei werden sowohl Betroffenen selbst als auch nahestehenden Bezugspersonen und Eltern konkrete Gesprächs- und Interventionswerkzeuge vermittelt, die im Alltag unmittelbar anwendbar sind – zur wirksamen Reizregulation ebenso wie zur Förderung von Teilhabe, Verständnis und tragfähigen Beziehungen.
Dauer
2 Präsenztage vor Ort oder per Live-Videostream
Samstag und Sonntag: 10:00 – ca. 17:00
Gebühr
499,00 €
Flexibel zahlen: Bis zu 24 Monatsraten möglich
Zielgruppe
Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie
Voraussetzung
Mindestalter 18 Jahre
Ausbildung im Bereich der Zielgruppe(n)
Die Maßnahme Neurodivergenz ist verpflichtend, die Maßnahme Psychische und neurologische Erkrankungen: Basiswissen wird empfohlen
Konkrete Themenfelder
- Grundlagen der Neurodivergenz
- Begriff und Verständnis von Neurodivergenz
- Neurodivergente Profile und Ausprägungen
- Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und Reizverarbeitung
- Soziale und kommunikative Besonderheiten
- Auswirkungen auf den Alltag und die Teilhabe
- Screening und Bedarfsermittlung
- Screeningfragen
- Erkennen neurodivergenter Bedürfnisse
- Priorisieren von Bedarfen
- Ressourcen und individuelle Stärken
- Grundlagen der Kommunikation
- Sensible und wertschätzende Kommunikation
- Kommunikation in herausfordernden Gesprächssituationen
- Anpassung der Kommunikation an individuelle Bedürfnisse
- Gesprächsführung mit Betroffenen, Eltern und Bezugspersonen
- Systemische Perspektiven
- Neurodivergenz im sozialen und familiären Kontext
- Perspektiven von Betroffenen und Bezugspersonen
- Förderung von Verständnis und Teilhabe
- Gestaltung tragfähiger Beziehungen
- Werkzeuge für den Praxisalltag
- Tools für Betroffene und Begleitende
- Strategien zur Reizregulation
- Gesprächs- und Interventionswerkzeuge
- Handouts und Checklisten für Klient
- Übertragung in den beruflichen Alltag
Kompetenzerwerb
Nach Abschluss der Fortbildung bist Du in der Lage, …
- neurodivergente Profile und deren Auswirkungen auf Wahrnehmung, Kommunikation und Alltag zu verstehen und einzuordnen.
- individuelle Bedürfnisse und Bedarfe durch gezielte Screeningfragen zu priorisieren.
- eine wertschätzende und neurodivergenzsensible Kommunikation mit Betroffenen, Eltern und Bezugspersonen anzuwenden.
- systemische Perspektiven im Umgang mit Neurodivergenz zu berücksichtigen.
- geeignete Strategien zur Reizregulation und Teilhabeförderung auszuwählen und anzuwenden.
- Gesprächs-, Interventions- und Alltagstools gezielt und praxisnah einzusetzen.
- durch eine ressourcenorientierte Haltung Verständnis, Selbstwirksamkeit und tragfähige Beziehungen zu fördern.
Vorteile
Deine persönlichen Vorteile:
- Inhalte nach aktuellem wissenschaftlichem Stand – verständlich erklärt und sofort umsetzbar.
- Mehr Struktur, Entscheidungsfindung und Sicherheit im Umgang mit Patienten.
- Direkt anwendbare Konzepte für spürbar bessere Abläufe und Erfolge im Praxisalltag.
- Hoher Anteil an praktischen Einheiten mit intensiven Übungen und direktem Bezug zum therapeutischen Alltag.
- Zahlreiche Fallbeispiele und praxisnahe Demonstrationen erleichtern den Transfer in den Berufsalltag.
- Dozenten mit langjähriger Berufserfahrung, hoher fachlicher Expertise, Leidenschaft und hoher Vermittlungskompetenz.
Das könnte Dich auch interessieren
Häufige Fragen zur Gesprächsführung bei Neurodivergenz
Antworten zur Fortbildung „Neurodivergenz – Gesprächsführung mit Eltern und Erwachsenen“ bei der Therapie Akademie.
Worum geht es in der Fortbildung zur Gesprächsführung bei Neurodivergenz?
Die Fortbildung vermittelt eine sensible, wertschätzende und neurodivergenzgerechte Gesprächsführung. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit neurodivergenten Erwachsenen, Eltern und weiteren Bezugspersonen sowie unmittelbar einsetzbare Kommunikations- und Interventionswerkzeuge.
Für wen ist die Fortbildung geeignet?
Die Fortbildung der Therapie Akademie richtet sich an Fachkräfte aus Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie, die neurodivergente Menschen und deren Bezugspersonen therapeutisch begleiten.
Welche Voraussetzungen gelten für die Teilnahme?
Voraussetzung sind ein Mindestalter von 18 Jahren, eine Ausbildung in einem der genannten Fachbereiche und die zuvor absolvierte Fortbildung „Neurodivergenz“. Die Fortbildung „Psychische und neurologische Erkrankungen: Basiswissen“ wird zusätzlich empfohlen.
Warum sollte Kommunikation an neurodivergente Bedürfnisse angepasst werden?
Neurodivergente Menschen können Informationen, Reize und soziale Situationen unterschiedlich verarbeiten. Eine angepasste Kommunikation kann Missverständnisse reduzieren, Orientierung schaffen und eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung fördern.
Wie werden individuelle Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe erkannt?
Die Teilnehmenden lernen, gezielte Screeningfragen einzusetzen, Bedürfnisse und Belastungen zu erkennen und vorhandene Ressourcen einzubeziehen. Dadurch können Unterstützungsbedarfe priorisiert und Gespräche individuell vorbereitet werden.
Was ist bei Gesprächen mit Eltern und Bezugspersonen wichtig?
Wichtig sind eine wertschätzende Haltung, verständliche Informationen und die Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven. Die Fortbildung zeigt, wie Eltern und Bezugspersonen einbezogen werden können, ohne die Selbstbestimmung der neurodivergenten Person aus dem Blick zu verlieren.
Werden herausfordernde Gesprächssituationen behandelt?
Ja. Die Fortbildung behandelt die Kommunikation in schwierigen oder emotional belastenden Situationen. Die Teilnehmenden lernen, Gespräche klar zu strukturieren, Kommunikation anzupassen und auch bei unterschiedlichen Erwartungen professionell zu handeln.
Welche praktischen Werkzeuge werden vermittelt?
Vermittelt werden Gesprächs- und Interventionswerkzeuge, Screeningfragen, Strategien zur Reizregulation sowie Handouts und Checklisten. Die Hilfsmittel können mit Betroffenen, Eltern und weiteren Begleitpersonen eingesetzt werden.
Wie lange dauert die Fortbildung und wie findet sie statt?
Die Fortbildung findet an zwei Tagen statt und wird je nach ausgeschriebenem Termin als Präsenzveranstaltung oder per Live-Videostream angeboten. Die Unterrichtszeiten sind am Samstag und Sonntag jeweils von 10:00 Uhr bis ungefähr 17:00 Uhr vorgesehen.
